Entnahme

Die Entnahme der Profile

Für die Entnahme der Lackprofile war es notwendig, einen ca. 10 Meter langen, 1 Meter tiefen und 1 Meter breiten Graben auszuheben. Zuvor war der Boden abschnittsweise mit den entsprechenden Bodenbearbeitungsgeräten behandelt worden. Im Bild Walter Schepp (Fa. W. Schepp Baggerarbeiten, 35510 Butzbach) und Reinhold Will (im Vordergrund) beim Ausheben des Grabens.
Bei Familie Schepp möchten wir uns für die großzügige Unterstützung bedanken!
Vor dem Fixieren des Bodens mit Spezial-Lack ist es notwendig, eine glatte Profilwand zu präparieren. Rechts Reinhold Will beim ersten groben Abstechen des Bodens.
Bei den Lackprofilen für die Stiftung Deutsches Gartenbaumuseum wurde versucht, die Lackabzug- sowie die Kastenmethode zu kombinieren.
Anschließend wurden die Profile herauspräpariert und zum Transport auf Tischlerplatten gelegt.
Vor dem Verpacken wird noch überschüssiger Boden abgetragen und das Profil grob auf die endgültige Größe formatiert.

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Probennahme

Probenname

Die sorgfältige und richtige Probenahme ist für den Erfolg der Bodenuntersuchung von ausschlaggebender Bedeutung. Beachten Sie bitte daher folgende Hinweise:
  • Flächen unterschiedlicher Nutzung (Ackerland, Gartenland, Grünland sowie Spezialkulturen (Obstbau, Weinbau)) sind getrennt zu untersuchen.
  • Weist eine zu untersuchende Fläche Stellen mit stark unterschiedlichen Bodeneigenschaften oder abweichendem Wachstum auf, so wird von diesen Stellen keine Erde entnommen. Sofern diese Stellen jedoch speziell interessieren, so muß davon eine seperate Probe gezogen werden.
  • Bei Acker- und Gartenflächen und Spezialkulturen nimmt man die Proben bis zu einer Tiefe von 20 - 30 cm, bei Grünland bis zu einer Tiefe von 15 - 20 cm. eine zusätzliche, seperate Untersuchung des Untergrundes (z.B. 20 - 40 cm) ist vor allem bei Spezialkulturen zu empfehlen.
  • Um eine einwandfreie Durchschnittsprobe von einer Fläche zu erhalten, zieht man an 10 bis 20 möglichst gleichmäßig über das Grundstück verteilten Stellen einzelne Proben.
  • Die Proben können mit einem Bohrer nach Pürckhauer oder Nmin-Bohrer entnommen werden. Ein Spaten eignet sich aber auch zur Probennahme. Man fertigt damit Gruben bis zur erforderlichen Entnahmetiefe an und entnimmt an einer Grubenwand mit senkrechten, schmalen Spatenstichen eine Probe.
  • Herstellen einer Mischprobe, aus der die Untersuchungsprobe entnommen wird.
  • Transport/Versand der Proben in gut beschriftet, sauberen Kunststoffbeuteln: Name, Adresse, Entnahmedatum, Probenbezeichnung, angebaute Kultur, Düngung, etc.!
    Bei der Entnahme mehrerer Proben empfiehlt es sich, die Proben zusätzlich auf einem separaten Zettel aufzulisten.
  • Die Proben müssen gut beschriftet werden: Name, Adresse, Entnahmedatum, Probenbezeichnung, angebaute Kultur, Düngung etc. (siehe Probenbegleitzettel).
  • Um auch über einen langen Zeitraum hinweg vergleichbare Ergebnisse, z.B. von ein und dem selben Standort, zu erhalten, ist es notwendig, die Proben stets auf die gleiche Art und Weise aufzubereiten sowie die gleichen bzw. vergleichbare Untersuchungsmethoden anzuwenden.
Probennehmer können von AGROFOR bezogen werden. Probentüten werden (ab mehreren Proben) kostenlos zur Verfügung gestellt.

Grundlage für die Präzision der Bodenanalyse im Labor ist eine sach- und zielgerechte Probennahme. Nachlässigkeiten während der Beprobung können nie durch noch so sorgfältige Analysen korrigiert werden.

Hier können Sie das Begleitblatt (inkl. Hinweise zur Probennahme) für Ihre Bodenprobe herunterladen.

Hier können Sie die Anleitung zur Probennahme nochmal als PDF-Datei herunterladen

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Nachruf Dr. Balzer

Nachruf Dr. Balzer

Bild Dr. Balzer
Fritz Michael Balzer
“Fritz Michael Balzer wurde am 22.4.1940 in Marburg geboren und verstarb am 28.3. 2006 in Öschelbronn.
In einer Kaufmannsfamilie wuchs er in Wallau bei Biedenkopf auf. Nach einer Ausbildung zum Industriekaufmann in Ludwigsburg besuchte er die Außenhandels- und Verkehrsschule in Bremen, wo er durch Udo Hermansdorfer und Gerd Waterstraat die Anthroposophie kennen lernte. Nach Abschluss als Betriebswirt arbeitete er 1964 bis 1966 bei der Firma Bosch in Stuttgart sowie im elterlichen Baustoffhandel.
1966 starb sein Vater und er wollte nicht die Firmennachfolge (mit seinem Bruder) antreten, sondern das Abitur nachholen. Impulsiert durch Maria Thun wollte er sich fortan der biologisch-dynamischen Forschung widmen und begann 1968 mit dem Chemiestudium in Marburg. Nach der Promotion über Spurenmetallbestimmung machte er sich 1975 mit seinem Labor selbstständig. Er wurde ein anerkannter Sachverständiger für ganzheitlich-standortgemäße-dynamische Bodenbeurteilung.
Außerdem beschäftigte er sich zunehmend mit den von Rudolf Steiner inaugurierten sog. Bildschaffenden Methoden zur Qualitätsbeurteilung von Boden und Lebensmittel.
1979 heiratete er Dr. Ursula Graf (eine Schweizer Agrarwissenschaftlerin), die nun mit ihm zusammenarbeitete und insbesondere die Bildschaffenden Methoden weiter entwickelte. Beide waren damals die einzigen, welche diese Analytik im Agrarberich einsetzen.
Nach der Trennung 1995 arbeitete Ursula (Balzer-) Graf in der Schweiz weiter an den Bildschaffenden Methoden.
Michael Balzer setzte ebenfalls die Forschung an diesen Methoden fort und beschäftigte sich insbesondere mit Dr. Pfeiffer. Er gründete 1994 die „Ehrenfried Pfeiffer Ausbildungs- und Forschungsstätte“ um seine ganzheitliche Qualitätserfassung von Boden und Pflanze mit normaler Analytik und Bildschaffenden Methoden (Kupferchlorid-Kristallisation und Steigbild) weiterzuentwickeln und einem Kreis von Interessierten zugänglich zu machen. „Ein wichtiges Anliegen einer ganzheitlichen Forschung muss darin bestehen, neue Wissenschaften zu erarbeiten, damit das notwendige Gegengewicht zu den vielen Spezialgebieten geschaffen werden kann. Denn heute droht die Universität zu einem Ort zu werden, wo sich die einzelnen Fachgebiete nicht mehr verstehen und sogar innerhalb der Fachbereiche keine Verständnis-Brücken mehr gebaut werden können. Daher ist es ein sehr wichtiges Anliegen innerhalb einer anthroposophisch-spirituellen Naturwissenschaft, neue und übergreifende Wissenschaften in der Theorie zu formulieren und unmittelbar in der alltäglichen Praxis zu realisieren.“ (www.labor-balzer.de)
Er arbeitete an einer Wissenschaft vom Lebendigen, die die notwendige Brücke zwischen der allgemeinen Naturwissenschaft und einer spirituellen anthroposophischen Naturerkenntnis schlägt. In jüngster Zeit hat er sich auch mit der Mineralstoffdynamik in der Pflanze in Abhängigkeit vom Jahreslauf beschäftigt.
Seine schwere Krankheit – die er mit großer Leidensfähigkeit, aber auch Hoffnung auf Genesung erduldet hat – hat eine geplante weitere Publikation leider verunmöglicht.
Beatriz Balzer (eine Kolumbianerin), die er 1995 geheiratet hatte, hat inzwischen zwei Agrarwissenschaftler gefunden, die das Labor Dr. Balzer fortführen werden: Dipl.-Ing. agr. Oliver Wegener und sein Vater Prof. Dr. Hans-Richard Wegener. Mittlerweile führt nur noch Oliver Wegener die Firma fort, da Hans-Richard Wegener in seiner wohl verdienten Rente ist.

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System Dr. Balzer

Das "System Dr. Balzer"

Das System "Dr. F. M. Balzer mit 14 Bestimmungen" beurteilt jeden Boden nach vier verschiedenen Gesichtspunkten:
  • Bodenphysikalische Erkenntnisse: Bodenstruktur, Bodenverdichtungen, Austauschkapazität, Luft- und Wasserhaushalt, Salzgehalt, Bodenbearbeitung
  • Bodenchemische Erkenntnisse: Nährstoff- und Spurenelement-Niveau und Verhältnisse, Phosphat-Reserve, pH-Wert, Humus
  • Bodenbiologische Erkenntnisse: Humus-Qualität (Dynamik durch Aufbau und Abbau), Bodensäure (pH-Wert), Phosphor-Verfügbarkeit, Bodenstruktur, Bewirtschaftung
  • Umwelt-Aspekte: erste Hinweise auf Belastung mit Schwermetallen (Zink, Kupfer, Mangan)
Einzelne Stichworte als Erläuterungen der verschiedenen Untersuchungsparameter zur Ganzheitlichen-Dynamischen Bodenbeurteilung und standortgemäßen Bewirtschaftung
mit Anregungen für die landwirtschaftliche Praxis
Die 14 Bestimmungen nach Dr. Balzer umfassen folgende Parameter:
Parameter Methode ermöglicht Aussagen über:
Bodenart Fühlprobe Korngrößenzusammensetzung; Stoffaustausch; Wasser- und Lufthaushalt; Düngungsintensität
Humus [%] Nasse Veraschung Bodenfruchtbarkeit;Humus-Dynamik, Förderung von Humus-Aufbau oder Anregung der Umsatztätigkeit (Abbau)
pH-Wert H2O

CaCl2
Bodensäure;
Humusqualität; Salzgehalt; Austauschkapazität; Kalkdüngung, Düngungsintensität
Kalk (Ca) HCl/H2SO4 Geologische Grundlage
Basenreichtum bzw. –freisetzung aus der geolog. Grundlage; Humusqualität Kalkdüngung
Phosphor (P205) Essigsäure (NaAz)

Milchsäure (DL)

Citronensäure
Nährstoffniveau und –Reserve; Nährstoffverhältnisse (P/K); Umsatzfreudigkeit des Humus aus der Phosphor-Dynamik (Löslichkeits-Verhältnisse); P-Düngung und/oder P-Mobilisierung über Förderung der Biolog. Aktivität
Umsatzfreudigkeit des Humus
(biologische Aktivität)
Ergebnis langfristiger, standortgeprägter Humus-Dynamik (Gleich- oder Ungleichgewicht zwischen Humus-Aufbau und –Abbau in Verbindung mit den folgenden Analysenergebnissen: Bodenart; Bodensäure (pH, Ca); Bodenstruktur (Mn + Fe); Nährstoff- und Spurenelement-Niveau; Bewirtschaftung (Garten, Acker, Grünland) und deren Widerspiegelung in der Phosphor-Verfügbarkeit (Löslichkeit)
Kalium (K20) Essigsäure (NaAz)

Milchsäure (DL)
Nährstoffniveau; Nährstoffverhältnisse; geologische Grundlage K-Mobilisierung und/oder K-Düngung, Fruchtfolge, Düngerpflege
Magnesium (Mg) Milchsäure (DL) Verfügbarkeit
Umweltbelastung (z.B. bei Hopfen, Weinbau, Obstbau); Mobilisierung; Gesteinsmehl; Schadstoffuntersuchung
Kupfer (Cu) HCl/H2SO4 Verfügbarkeit
Umweltbelastung (Klärschlamm, Pestizide u.a.) Mobilisierung; Gesteinsmehl; Schadstoffuntersuchung
Eisen (Fe) HCl/H2SO4 Verfügbarkeit
Hinweis auf Luftmangel infolge standortgeprägtem Wasserüberschuß; Regulierung des Wasserhaushaltes: Drainage, Bodenbearbeitung
Mangan (Mn) HCl/H2SO4 Verfügbarkeit
Hinweis auf bewirtschaftungsgeprägten Luftmangel, Regulierung des Lufthaushaltes: Bodenbearbeitung; Mulch; Mobilisierung; Gesteinsmehl
Zink (Zn) HCl/H2SO4 Verfügbarkeit
Umweltbelastung (Klärschlamm, Pestizide u.a.) Mobilisierung; Gesteinsmehl; Schadstoffuntersuchung

Hier können Sie das Begleitblatt (inkl. Hinweise zur Probennahme) für Ihre Bodenprobe herunterladen.

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Labor

Unser Umweltanalytik-Labor

Unser Labor ist von der Bundesgütegemeinschaft Kompost e.V. für die Module BGK C und BGK D anerkannt.
Oliver Wegener (BGK-Nr. 723) ist anerkannter Probenehmer der RAL-Gütesicherungen (Urkunde vom 13.11.2008) für
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    Komposte
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    AS-Humus
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    Gärprodukte

Tätigkeitsfelder unseres Labors
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    Untersuchung u.a. von Böden, Komposten, Klärschlämmen, Düngern und Wässern
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    Bodenkunde (bodenchemische, -physikalische und -biologische Untersuchungsmethoden) u.a. 14 Bestimmungen nach Dr. Balzer
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    Beratung und Unterstützung bei ackerbaulichen Fragestellungen
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    Untersuchung von Pflanzenschäden durch Immission
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    Mikromorphologische Untersuchungen
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    Bodenkundliche Fragestellungen in der Archäologie
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    Archäopedologie
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    Bodenschutz
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    Agrikulturchemie
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    Altlastenerkundung
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    Herstellung von Boden-Lackprofilen

Hier können Sie das Begleitblatt (inkl. Hinweise zur Probennahme) für Ihre Bodenprobe herunterladen.

Vormals:

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